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	<title type="text">PROJEKTE</title>
	<subtitle type="text">Homepage der Autorin Susanne Gross Zapp-Gross</subtitle>
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	<updated>2015-12-19T13:19:23Z</updated>
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		<title>Nachttrabanten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/79-nachttrabanten"/>
		<published>2007-06-20T02:14:02Z</published>
		<updated>2007-06-20T02:14:02Z</updated>
		<id>http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/79-nachttrabanten</id>
		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Die Nacht war sternenklar und erfüllt vom durchdringenden Zirpen der Grillen. Eine ganze musizierende Heerschar schien sich im Garten unter dem Balkon zu einem mitternächtlichen Konzert eingefunden zu haben. Nach der Hitze des Tages kühlte die Luft jetzt merklich ab.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Zoe griff nach ihrer Strickjacke, die neben ihr auf dem leeren Stuhl lag, und hängte sie um ihre nackten Schultern. Das dritte Glas Weißwein machte sie schläfrig, ließ ihren Kopf angenehm leicht werden, und ihre Lider allmählich schwer. Sie lehnte sich behaglich zurück und blickte in den tiefschwarzen Himmel hinauf. Was für ein atemberaubender Anblick! Wie unendlich weit das Universum doch war, und wie unfassbar nah es in dieser Nacht schien, gerade so, als brauche sie nur ihre Hand auszustrecken, um die Sterne geradewegs vom Himmel zu pflücken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Da war der Polarstern, ein kalt blitzender Funke in der nördlichen Finsternis. Dort das Bild des Kleinen Bären. Und da war Kassiopeia auf ihrem Thron, der Sage nach wegen ihres Hochmuts, von allen die Schönste zu sein, von Poseidon für immer an den Himmel verbannt. Zoe hob die Hand und folgte dem liegenden W ihrer Kontur mit dem Zeigefinger. Die Kerze auf dem kleinen Balkontisch begann in einer aufkommenden Brise zu tänzeln. Ihr zuckender Schein zeichnete einen lichten Kreis in die Dunkelheit, erhellte einen kleinen Flecken von Zoes neuem Reich – bequeme Korbstühle mit weißen Polstern, Johanna Sinisalos Troll, das sie bereits vor einer ganzen Weile aus der Hand gelegt hatte, das halbvolle Weinglas – und natürlich ihr Gesicht, von dem sie wusste, dass er es aus der Dunkelheit heraus anstarrte. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<content type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Die Nacht war sternenklar und erfüllt vom durchdringenden Zirpen der Grillen. Eine ganze musizierende Heerschar schien sich im Garten unter dem Balkon zu einem mitternächtlichen Konzert eingefunden zu haben. Nach der Hitze des Tages kühlte die Luft jetzt merklich ab.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Zoe griff nach ihrer Strickjacke, die neben ihr auf dem leeren Stuhl lag, und hängte sie um ihre nackten Schultern. Das dritte Glas Weißwein machte sie schläfrig, ließ ihren Kopf angenehm leicht werden, und ihre Lider allmählich schwer. Sie lehnte sich behaglich zurück und blickte in den tiefschwarzen Himmel hinauf. Was für ein atemberaubender Anblick! Wie unendlich weit das Universum doch war, und wie unfassbar nah es in dieser Nacht schien, gerade so, als brauche sie nur ihre Hand auszustrecken, um die Sterne geradewegs vom Himmel zu pflücken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Da war der Polarstern, ein kalt blitzender Funke in der nördlichen Finsternis. Dort das Bild des Kleinen Bären. Und da war Kassiopeia auf ihrem Thron, der Sage nach wegen ihres Hochmuts, von allen die Schönste zu sein, von Poseidon für immer an den Himmel verbannt. Zoe hob die Hand und folgte dem liegenden W ihrer Kontur mit dem Zeigefinger. Die Kerze auf dem kleinen Balkontisch begann in einer aufkommenden Brise zu tänzeln. Ihr zuckender Schein zeichnete einen lichten Kreis in die Dunkelheit, erhellte einen kleinen Flecken von Zoes neuem Reich – bequeme Korbstühle mit weißen Polstern, Johanna Sinisalos Troll, das sie bereits vor einer ganzen Weile aus der Hand gelegt hatte, das halbvolle Weinglas – und natürlich ihr Gesicht, von dem sie wusste, dass er es aus der Dunkelheit heraus anstarrte. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;</content>
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		<title>Kollateralschaden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/80-kollateralschaden"/>
		<published>2007-06-20T02:00:05Z</published>
		<updated>2007-06-20T02:00:05Z</updated>
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		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;„Erik?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Als sie meinen Namen aussprach, durchzuckte mich für den Bruchteil einer Sekunde der irrwitzige Drang, einen heftigen Satz nach vorne zu machen und davonzurennen. Ich starrte auf die dicht an dicht gedrängten Körper der Feierabendpendler, die mir den Weg durch die Bahnhofshalle versperrten, und versuchte, meine plötzlich aufwallende Panik zu unterdrücken. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ihre Stimme war tief und melodiös, sehr angenehm. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass sie diese absurde Reaktion in mir auslöste, und doch wusste ich, dass es so war. Ich hatte wohl schon in diesem Augenblick eine sehr deutliche Ahnung davon, wie schmal der Grat geworden war, auf dem ich wandelte – und wie tief der Abgrund rings um mich herum. Es war das genussvolle, laszive Timbre ihrer Stimme, das mich schließlich endgültig zu Fall brachte. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Ja?“ Ich drehte mich um, bemüht, meine überreizte Anspannung zu verbergen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie war nicht das, was ihre erotische Stimme meiner Fantasie vorgegaukelt hatte: Knapp einen Meter siebzig groß mit einer runden, für meinen Geschmack etwas zu ausladenden Figur, und braunen Haaren, die ihr glatt und unspektakulär bis in den halben Rücken fielen. Sie war nicht mein Typ, aber sie wirkte sehr gepflegt, und ihre dunkelbraunen, klaren Augen blickten mich offen und selbstbewusst an. Sie trug ein kurzes, strahlendblaues Sommerkleid und Pumps mit hohen Absätzen in eben dieser Farbe. Mein Blick blieb an ihrem üppigen Busen hängen, den das Kleid nur teilweise bedeckte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Oh –.“ Sie strich sich hastig eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Entschuldigung, ich dachte, Sie wären jemand anderes.“ &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Aber ich bin Erik. – Mein Name ist Erik.“ &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Wirklich?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ihrem Tonfall war deutlich anzumerken, dass sie meine Worte für eine selten dumme Anmache hielt. Ich wollte mich verteidigen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
		<content type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;„Erik?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Als sie meinen Namen aussprach, durchzuckte mich für den Bruchteil einer Sekunde der irrwitzige Drang, einen heftigen Satz nach vorne zu machen und davonzurennen. Ich starrte auf die dicht an dicht gedrängten Körper der Feierabendpendler, die mir den Weg durch die Bahnhofshalle versperrten, und versuchte, meine plötzlich aufwallende Panik zu unterdrücken. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ihre Stimme war tief und melodiös, sehr angenehm. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass sie diese absurde Reaktion in mir auslöste, und doch wusste ich, dass es so war. Ich hatte wohl schon in diesem Augenblick eine sehr deutliche Ahnung davon, wie schmal der Grat geworden war, auf dem ich wandelte – und wie tief der Abgrund rings um mich herum. Es war das genussvolle, laszive Timbre ihrer Stimme, das mich schließlich endgültig zu Fall brachte. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Ja?“ Ich drehte mich um, bemüht, meine überreizte Anspannung zu verbergen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie war nicht das, was ihre erotische Stimme meiner Fantasie vorgegaukelt hatte: Knapp einen Meter siebzig groß mit einer runden, für meinen Geschmack etwas zu ausladenden Figur, und braunen Haaren, die ihr glatt und unspektakulär bis in den halben Rücken fielen. Sie war nicht mein Typ, aber sie wirkte sehr gepflegt, und ihre dunkelbraunen, klaren Augen blickten mich offen und selbstbewusst an. Sie trug ein kurzes, strahlendblaues Sommerkleid und Pumps mit hohen Absätzen in eben dieser Farbe. Mein Blick blieb an ihrem üppigen Busen hängen, den das Kleid nur teilweise bedeckte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Oh –.“ Sie strich sich hastig eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Entschuldigung, ich dachte, Sie wären jemand anderes.“ &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Aber ich bin Erik. – Mein Name ist Erik.“ &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Wirklich?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ihrem Tonfall war deutlich anzumerken, dass sie meine Worte für eine selten dumme Anmache hielt. Ich wollte mich verteidigen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</content>
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	<entry>
		<title>Grenzland</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/95-grenzland"/>
		<published>2007-06-20T01:32:15Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:32:15Z</updated>
		<id>http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/95-grenzland</id>
		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Julia öffnet die Augen. Alles ist weiß.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie blinzelt benommen, zwinkert mit den Lidern – einmal, zweimal – schließt die Augen und öffnet sie wieder. Nichts hat sich verändert. Alles ist weiß.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie liegt flach auf dem Rücken, die Arme seitlich am Körper. Sie blickt starr nach oben. Es gibt keine Decke über ihr, und in den Augenwinkeln keine Wände, keine Möbel. Sie weiß nicht, wo sie ist, ob sie gerade träumt oder wach ist. Sie lauscht in die Stille hinein und hält den Atem an. Nichts ist zu hören.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ihr Herz schlägt schnell und hart. Sie spürt einen Kloß im Hals und schluckt. Was ist das hier? Vorsichtig dreht sie den Kopf und sieht sich um. Nichts ist zu sehen. Ihre Augen wandern unruhig umher, versuchen einen Punkt festzumachen, irgendetwas Vertrautes zu erblicken, doch da ist nichts. Nichts um sie herum – nur diese weiße, strukturlose Leere.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie öffnet die Hand und tastet nach dem Untergrund, auf dem sie liegt. Sie weiß nicht, was sie erwartet, eine Decke vielleicht, oder harten Beton. Doch was sie fühlt ist gar nichts. Ihre Finger scheinen taub zu sein, überall dort, wo sie den Boden berührt. Sie streicht mit den Fingerkuppen über den Untergrund, presst die Handfläche dagegen. Sie kann nichts spüren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Es dauert eine Weile, bis sie den Mut findet, sich langsam aufzusetzen. Sie spannt ihre Muskeln an, ganz bewusst, einen nach dem anderen, hebt behutsam ihren Oberkörper. Sie ist nackt. Vollkommen nackt. Julia zieht angespannt Luft durch die Zähne. Was hat das zu bedeuten? Freiwillig hat sie sich sicher nicht ausgezogen. Sie mag es nicht, nackt zu sein. Niemals. Nackt sein bedeutet verwundbar sein. Schwach. Julia will niemals schwach sein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
		<content type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Julia öffnet die Augen. Alles ist weiß.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie blinzelt benommen, zwinkert mit den Lidern – einmal, zweimal – schließt die Augen und öffnet sie wieder. Nichts hat sich verändert. Alles ist weiß.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie liegt flach auf dem Rücken, die Arme seitlich am Körper. Sie blickt starr nach oben. Es gibt keine Decke über ihr, und in den Augenwinkeln keine Wände, keine Möbel. Sie weiß nicht, wo sie ist, ob sie gerade träumt oder wach ist. Sie lauscht in die Stille hinein und hält den Atem an. Nichts ist zu hören.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ihr Herz schlägt schnell und hart. Sie spürt einen Kloß im Hals und schluckt. Was ist das hier? Vorsichtig dreht sie den Kopf und sieht sich um. Nichts ist zu sehen. Ihre Augen wandern unruhig umher, versuchen einen Punkt festzumachen, irgendetwas Vertrautes zu erblicken, doch da ist nichts. Nichts um sie herum – nur diese weiße, strukturlose Leere.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie öffnet die Hand und tastet nach dem Untergrund, auf dem sie liegt. Sie weiß nicht, was sie erwartet, eine Decke vielleicht, oder harten Beton. Doch was sie fühlt ist gar nichts. Ihre Finger scheinen taub zu sein, überall dort, wo sie den Boden berührt. Sie streicht mit den Fingerkuppen über den Untergrund, presst die Handfläche dagegen. Sie kann nichts spüren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Es dauert eine Weile, bis sie den Mut findet, sich langsam aufzusetzen. Sie spannt ihre Muskeln an, ganz bewusst, einen nach dem anderen, hebt behutsam ihren Oberkörper. Sie ist nackt. Vollkommen nackt. Julia zieht angespannt Luft durch die Zähne. Was hat das zu bedeuten? Freiwillig hat sie sich sicher nicht ausgezogen. Sie mag es nicht, nackt zu sein. Niemals. Nackt sein bedeutet verwundbar sein. Schwach. Julia will niemals schwach sein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</content>
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		<title>Requiem</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/94-requiem"/>
		<published>2007-06-20T01:29:19Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:29:19Z</updated>
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		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Ich werde sie alle töten. Das ganze Clübchen. Töten. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Alles wird sich verändern. Die Prioritäten werden neu verteilt werden müssen. Zumindest für eine Weile. Ich bin keine Illusionistin, ich werde den Untergang dieser verfehlten, scheinheiligen Gesellschaft nicht aufhalten können, das ist mir klar. Ich will es auch gar nicht erst versuchen. Das Zeitalter der kollektiven Selbstverblendung ist bereits zu gefestigt. Mein brachialer Eingriff in den Alltag einiger weniger wird daran nichts ändern.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Und trotzdem – für ein paar Wochen wird der Boden, auf dem all die angenehmen Seichtigkeiten des Lebens gezüchtet werden, gehörig wanken. Dann werden die sonst so bevorzugten luftleeren Themen in unserem Büro wie Kalorienzählen und Nagelfeiltechniken, oder die schreckliche Zuspitzung unerträglicher Intrigen im Marienhof mal hinten anstehen. Dann wird das aufgeregte Wispern über das Casting neuer talentfreier Möchtegernhüpfdohlen oder die Analyse zweifelhafter “Experten” über das Fehlverhalten einer englischen Journalistin beim Versuch endlich einen Macker abzukriegen der sie heiraten will, kurzzeitig verstummen. Niemand wird dann noch damit zu beeindrucken sein, dass man seit Wochen nur Salat und Tee zu sich nimmt, zur Belohnung jetzt aber wieder in die Hose hineinpasst, die vor der Geburt von Luca Sebastian Konstantin oder Anabel Lisa Sofia wie eine Eins saß.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Für ein paar Tage werden die Übriggebliebenen ihre kleinen geschminkten Mündchen zu nichts anderem als zu verzweifelten Schluchzern und schockiertem Gebrabbel wie: &lt;em&gt;Oh Gott ... wie schrecklich ... Ich stand direkt daneben ... Das viele Blut! ...&lt;/em&gt; öffnen können.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ich werde das nicht mehr erleben. Die letzte Kugel in der Pistole ist für mich bestimmt – wohlgemerkt nachdem ich mindestens einmal nachgeladen habe! Ich möchte nicht länger in dieser Welt existieren, in der geistiger Tiefgang wie eine Krankheit bekämpft wird, in der das Fernsehen unser Leben vordiktiert, und jeder Einzelne inzwischen tatsächlich daran glaubt, dass dort die Realität stattfindet! Tim sagt uns, was uns schmeckt, und Enie weiß, welche Farbe unsere Wände haben sollen. Bei Günter eignen wir uns fingiertes Halbwissen für imponierende Sprüche über die griechische Mythologie an, und wenn wir in Schwierigkeiten geraten, hauen Lenßen und Partner uns wieder raus.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Kann mir mal einer sagen was das soll? Wozu hat die Evolution uns dieses etwas mehr als ein Kilo schwere Stück Schwammmasse in den Schädel gelegt, wenn wir es über die Jahre hinweg bewusst abtöten mit flimmernden Pseudowirklichkeiten und fehlender Denkinitiative? Ich will nicht mehr länger dahinvegetieren zwischen all diesen Blendern und Selbstbetrügern, Simulanten und Blindgängern unserer Gesellschaft! Vor allem nicht zwischen diesen unbewohnten, mehr oder weniger gut gestylten Hüllen von Tippsen und Kaffeekocherinnen, deren Lebensinhalt aus dem Tratschen über die besteht, die grade nicht da sind, die sich den Finger in den Hals stecken, um schlank zu sein, und Bücher über Moppel-Ichs und Emanzen am Herd lesen. Ich kann deren Nähe einfach nicht mehr ertragen!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
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&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</content>
	</entry>
	<entry>
		<title>Vom Suchen und Finden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/93-vom-suchen-und-finden"/>
		<published>2007-06-20T01:26:37Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:26:37Z</updated>
		<id>http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/93-vom-suchen-und-finden</id>
		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Als sie sich dem vereinbarten Treffpunkt näherte, lag die Kirche in einem dichten Schleier frühmorgendlichen Nebels. Der massive Langbau mit dem imposanten Portal und den hohen, dem gotischen Baustil nachempfundenen Fensterbögen war nicht mehr als ein mächtiger Schemen im wabernden Dunst des anbrechenden Tages. Der Kirchturm versank nach ein paar Metern Höhe fast vollständig im undurchdringlichen Nichts. Das Kopfsteinpflaster zu ihren Füßen war feucht und schlüpfrig, und sie ging vorsichtig, angespannt, jeder Zeit bereit, einen möglichen Fehltritt abzufangen. Sie war froh, dass sie sich für die flachen Schuhe entschieden hatte. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie wusste nicht, wen sie erwartet hatte, doch als die Bank unterhalb des Kirchhofes in ihr Blickfeld kam – ein dunkler, hölzerner Schatten im Nebel – war sie sicher, dass es sich um einen Irrtum handelte. Der Mann, der dort saß, war fast noch ein Kind, Anfang Zwanzig, höchstens. Er war schmal und dunkelhaarig, und in seinen schwarzen Kleidern wirkte er klein und zerbrechlich vor der weißen beweglichen Wand des Nebels. Sie blieb auf dem Hügel stehen und plötzlich hatte sie Zweifel. Was tat sie hier überhaupt? Dies war keine Lösung. Dies war ein Fehler. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Bernadette?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Sie sah erschrocken auf, und der junge Mann stand direkt vor ihr. Sie konnte kaum glauben, wie schnell und lautlos er so nahe an sie herangetreten war, doch die Bank war leer und hier stand er, gerade einen Schritt von ihr entfernt. Er war ein gutes Stück größer, als sie ursprünglich gedacht hatte, überragte sie um mindestens einen Kopf, und unter dem dünnen schwarzen Pullover, den er unter seinem ledernen Kurzmantel trug, zeichneten sich eine muskulöse Brust und ein muskulöser Bauch ab. Auch schien er älter zu sein, als er auf die Entfernung hin gewirkt hatte. Seine ganze Gestalt verlor auf diese kurze Distanz ihre kindliche Harmlosigkeit.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Sie sind Bernadette, nicht wahr?“ Seine Stimme war dunkel und rau, eine Stimme, die sie bereits vom Telefon kannte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Ja“, sagte sie und versuchte seinem Blick standzuhalten, der sie mit unverhohlenem Interesse musterte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Schön, Sie persönlich kennen zu lernen.“ Er streckte ihr seine Hand entgegen, die sie zögernd ergriff. Sein Händedruck war fest und kühl. „Setzen wir uns doch dort unten auf die Bank“, schlug er vor, doch sie schüttelte den Kopf.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „Ich glaube, ich möchte lieber ein Stück gehen.“ &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; „In Ordnung.“ Er lächelte und berührte kurz ihren Arm, dann gingen sie los. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Bernadette schob die Hände in die Taschen ihres Mantels und blickte starr zu Boden. Sie bemühte sich um Fassung, doch ihr Inneres geriet immer mehr in Aufruhr. War es zu spät um umzukehren, einen Rückzieher zu machen? Noch hatte sie keine stichhaltigen Beweise, noch konnte sie sich einreden, dass alles nur ein Hirngespinst war. Gut, dieser Mann, dieser von ihrer Schwester angeheuerte Mann wollte mit ihr reden, wollte ihr berichten, was er herausgefunden hatte, doch noch hatte er kein Wort gesagt. Wenn sie jetzt einfach ausbrechen und den Hügel hinunter rennen würde, mitten hinein in den Nebel, würde sie sich dann ihren Seelenfrieden zurückerobern können? Mit einer Lüge? Einem Selbstbetrug?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
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		<title>Atlantis</title>
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		<published>2007-06-20T01:24:25Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:24:25Z</updated>
		<id>http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/92-atlantis</id>
		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Die Flut kommt. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Noch rollen die Wellen flach und ohne Nachdruck gegen den Strand, doch die Strömung nimmt bereits zu, er kann es spüren. Es sind die Geräusche von weit draußen, die sich verändern, der Wind, der langsam dreht und ihm die erste kalte Brise entgegenhaucht. Der Sand unter seinen nackten Füßen speichert noch immer die Wärme des zerflossenen Tages, hält sie fest, gerade so, als ob es noch immer Sinn hätte, etwas, irgendetwas festzuhalten. Der kühle Nachtwind verfängt sich in seinem langen dunklen Haar und streicht es sanft aus seiner Stirn. Er schließt die Augen und lauscht dem Gluckern und Gurgeln des herannahenden Wassers, atmet den modrigen Salzgeruch des Meeres tief in seine Lunge hinein.&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;em&gt;Nichts hat sich geändert. Die Jahre vergehen. Nichts ändert sich. Es sind immer die gleichen niederen Gründe, die sie bewegen, immer dieselben kurzsichtigen Ursachen. Sie feiern ihren Fortschritt, sie erforschen den Himmel und erforschen die Erde, und doch sind sie gefangen im Stillstand. Sie kämpfen für die falsche Sache. Noch immer.&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Das kalte Wasser berührt seine Füße, und er schlägt die Augen auf. Der Mond hängt groß und schwer am sternenklaren Nachthimmel. Sein fahles Licht verwandelt den Strand in eine farblose, fremdartige Landschaft. Es ist, als ob er die Augen in einer zukünftigen Welt geöffnet hätte. Unbekannt und knochenbleich. Alles ist still. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er blickt über den schwarzen Ozean und spürt ein leichtes Ziehen tief in seinem Innern. Es ist nicht recht, sie ungewarnt zu lassen. Er hat sich gefürchtet vor diesem Augenblick. Es ist der Moment der Schwäche. Der Zweifel. Doch er kann nichts mehr für.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Es ist zu spät.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Das Wasser steigt, hat jetzt seine Knöchel erreicht. Er spürt den Sand, der von der Kraft der Brandung unter seinen Zehen weggezogen wird, um mit der nächsten Welle seine Füße zu bedecken. Scharfe Muschelscherben schürfen an seiner Haut entlang. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Der Wind nimmt stetig zu. Energisch zerrt er jetzt an seiner leichten Baumwollkleidung, bläht sein weißes Hemd am Rücken auf. Er zieht die Augen zusammen und blickt angestrengt zu den immer höher werdenden Wellenbergen hinaus, die sich vor der Bucht auftürmen. Das Wasser bedeckt seine Unterschenkel. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Da kommen sie. Die ersten treiben heran, schaukeln auf den unruhigen Wellen, die sie auf direktem Weg Richtung Strand transportieren. Sie glimmen in schwachen fluoreszierenden Farben. Sein Herz klopft hart, während er ihr stilles Näherkommen beobachtet. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;em&gt;Nicht bereit zu lernen. Nicht bereit zu glauben. Immer wieder die gleichen Fehler, die sie machen, die gleichen Sünden, die sie begehen. Immer wieder der gleiche Hochmut.&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
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		<title>Die Sache will's, mein Herz</title>
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		<published>2007-06-20T01:21:08Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:21:08Z</updated>
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		<email>lidschlag@online.de</email>
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		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Als ich vom Zubringer auf die Autobahn einbog, lag die Straße fast vollkommen verlassen vor mir. Es war kurz nach neun am Morgen, und der Berufsverkehr hatte sich inzwischen weitgehend aufgelöst. Nur ab und zu kreuzte ein einsamer Brummifahrer meinen Weg. Die Umstände erschienen mir passend, den Z4 ein bisschen zu fordern. Ich trat das Gaspedal durch und war begeistert von der Kompromisslosigkeit, mit der ich plötzlich in den weichen Ledersitz gedrückt wurde. Es lag eine lange Fahrt vor mir, aber mir kam der Gedanke, dass ich in Tonys bestem Stück diesem Morgen vielleicht doch noch etwas Positives abgewinnen konnte. Fast augenblicklich hallte seine beschwörende Stimme durch meinen Kopf:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;em&gt;Mona, du kannst mit dem BMW fahren, aber bitte – versprich mir, dass du nicht so schnell fährst, ja? Du weißt, das ist nicht einfach nur ein Auto. Ich brauche meine Unterlagen erst gegen Mittag, hörst du? Also, fahr – bitte – langsam!&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ach, Tony, halt doch einfach deine verdammte Klappe! Ich drehte das Radio lauter und übertönte sein Gezeter mit Lenny Kravitz’ kreischender Gitarre.&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Irgendwann tauchte dieser Audi A8 vor mir auf. Mir war inzwischen schon ziemlich langweilig, und ich verfluchte Tony für seine Vergesslichkeit. Ich war kein Kurierbote, dessen Aufgabe es war, ihm ständig seine Sachen hinterher zu kutschieren, und ich schwor mir, dass dies definitiv das letzte Mal war, dass ich ihn über meine Zeit verfügen ließ, als ob ich seinem unterwürfigen Stab speichelleckender Kratzfüßler angehörte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Der Audi war anthrazitmetallic, sorgfältig poliert und mit dezenten Spoilern und glänzenden Alufelgen ausgestattet. Das Nummernschild verriet, dass es ein Mietwagen war, und das weckte meine Neugier. Solch ein Luxusschlitten war sicherlich kein Fahrzeug, das man jedem x-beliebigen Kunden anbot. Ich fuhr dichter auf. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Der Fahrer war groß, sicherlich über eins achtzig, so wie er den Sitz überragte. In seinem Seitenspiegel konnte ich sehen, dass er ein weißes Hemd und eine dunkle Krawatte trug – ein gepflegter Geschäftsmann mittleren Alters. Ich betrachtete den kleinen Ausschnitt seines Gesichtes in seinem Rückspiegel. Er hatte eine breite, kräftige Nasenwurzel, seine Augen lagen tief unter dunklen, dichten Brauen und blickten konzentriert nach vorne auf die Straße. Er war das einzig Erwähnenswerte weit und breit und ich entschied, eine Weile an ihm dran zu bleiben. Links und rechts der Randstreifen gab es nichts als abgeerntete, brach liegende Felder und struppige Hecken. Der Himmel war grau und trist, und die schweren Wolken schienen zu gleichen Teilen den Horizont und meine Stimmung nieder zu drücken. Ab und zu prallte ein dicker Regentropfen auf die Windschutzscheibe, doch das Wetter blieb unschlüssig über den Ausgang der nächsten Stunden und ließ mich in dieser farblosen, schizophrenen Grauzone schmoren. Vielleicht konnte mich ein kleiner Flirt aufheitern. Ich steckte mir eine Gauloises an und blies den Rauch genussvoll gegen das Verdeck. &lt;em&gt;Und komm niemals auf die Idee, im Auto zu rauchen, hörst du? Das Nikotin verfärbt die ganzen Armaturen, von dem Gestank mal ganz abgesehen. &lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Mit gemütlichen 110 Stundenkilometern folgte ich dem Audi und war ganz versunken in die wenigen Details des Fahrers, die die Spiegel von ihm preisgaben. Ich schätzte ihn auf Mitte, Ende Vierzig, manchmal, wenn er den Kopf ein wenig neigte, konnte ich seine Schläfen sehen. Die dunklen Haare waren dicht und voll, aber die grauen Flächen darin waren nicht zu übersehen. Ich dachte darüber nach, dass Frauen mit den ersten grauen Haaren einfach nur noch hässlich aussahen, Männer damit jedoch immer interessanter wurden. Lisa lästerte immer, ich hätte einen totalen Schatten, auf solche alten Knacker abzufahren, aber meiner Meinung nach war es ohnehin sinnlos, mit einer Vierundzwanzigjährigen, die auf Weichspüler wie Orlando Bloom stand, ernsthaft über Männer zu diskutieren. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
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		<title>Kannst du Mich sehn?</title>
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		<published>2007-06-20T01:14:13Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:14:13Z</updated>
		<id>http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/90-kannst-du-mich-sehn</id>
		<author>
			<name>Administrator</name>
		<email>lidschlag@online.de</email>
		</author>
		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Sie hatte die wundervollsten Augen, in die er jemals geblickt hatte, so klar und bestechend wie zwei lupenreine Bernsteine. Ihre Iris erstrahlte in kräftigen Brauntönen und war durchsetzt mit winzigen schwarzen Flecken und lebendigen goldenen Funken, die wie glühende Sonnen leuchteten. Der innere Kreis, so warm und satt wie flüssiger Honig, war umgeben von einem dunklen, ebenmäßigen Ring, der ihrem Blick prickelnde Glut verlieh und ein Herz mühelos ins Stolpern bringen konnte. In der Mitte der Iris lag die Pupille – groß und rund und aufmerksam – ein nachtschwarzer, unergründlicher Brunnen voller fesselnder Magie.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Diese Augen waren ein Mysterium. Ein Mysterium der vollkommenen Schönheit –&amp;nbsp; umgeben von den dichten, spitzen Dornen ihrer Wimpern und erfüllt von der fast schon beängstigenden Intensität ihres Blickes. Diese Augen versprachen Erlösung. Und brachten am Ende doch nur Verderben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Der Tag hatte warm und sonnig begonnen, so wie schon all die Tage davor, doch er konnte diesem Spätsommer nichts abgewinnen. In ihm herrschte Dunkelheit, kalt und feucht wie ein Verließ. Für eine Weile war alles in Ordnung gewesen, ruhig und irgendwie fast schon friedlich normal. Eine Weile hatte er vielleicht tatsächlich geglaubt, es gäbe mehr als nur einen Weg aus diesem finsteren Loch heraus, in dem er schon sein halbes Leben lang festsaß. Mehr als nur eine Lösung. Doch jetzt verengte sich die Welt erneut zu einem schmalen Korridor, zerschmolz alles um ihn herum in seinem starren Tunnelblick zu einem einzigen schwarzen Fleck, einem einzigen dunklen Verlangen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er war schon seit Tagen nicht mehr zur Arbeit gegangen, hatte den Stecker des Telefons aus der Wand gezogen und ließ sein Handy ausgeschaltet. Er schluckte seine letzten Pillen, besorgte sich auf der Straße neue, schluckte auch die, versuchte, das Grollen in sich zu betäuben, und versuchte es auch wieder nicht, denn er wusste, er wollte, er wusste, dass es sinnlos war.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er verbrachte seine Zeit im Park und beobachtete die jungen Frauen und die bedauernswerten alten Schachteln, die noch immer glaubten, jung zu sein, in ihren kurzen Röcken und durchscheinenden Kleidern. Er betrachtete ihre tief ausgeschnittenen Dekolletees und ihre nackten, zur Schau gestellten Schenkel und dachte darüber nach, wie wenig ihre auf Erotik basierende Selbstsicherheit noch wert war, wenn sie erst einmal in der Falle saßen. Wie schnell sie sich dann wünschten, ihr Rock wäre ein Stück länger und ihr Tanktop nicht ganz so eng. Wie erbärmlich klein der Rest ihres billigen Stolzes am Ende noch war.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er stellte sich neben sie, wenn sie am Ententeich Brotkrumen ins Wasser warfen oder mit vor den Brüsten verschränkten Armen am Rand des Spielplatzes standen und ihre tobenden Kinder im Auge behielten. Keine einzige wich vor ihm zurück, keine einzige erschauderte in der eisigen Kälte, die er mitbrachte. Sie lächelten, und er wusste, er war noch immer gut in diesem Spiel.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Und dann traf er sie.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</summary>
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		<title>Annas Erbe</title>
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		<published>2007-06-20T01:10:38Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:10:38Z</updated>
		<id>http://www.susanne-zapp-gross.de/cms/index.php/lidschlag/89-annas-erbe</id>
		<author>
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		<email>lidschlag@online.de</email>
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		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Anna legt den kleinen Handspaten zur Seite und stößt ihre Hände in das lockere Erdreich. &lt;em&gt;Das ist besser&lt;/em&gt;, denkt sie, während sich ihre Finger durch den noch warmen Mutterboden graben. &lt;em&gt;Manche Dinge müssen einfach mit der Hand erledigt werden.&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Die Sonne versinkt allmählich hinter dem Horizont, und die ersten dämmrigen Schatten kriechen über den weitläufigen Garten heran. Es ist sehr still, kein Geräusch dringt von den benachbarten Grundstücken herüber, kein Vogel singt, nichts ist zu hören. Es scheint, als sei die Welt unter der drückenden Hitze dieses Sommertages atemlos verstummt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Anna wirft einen unbehaglichen Blick zu dem großen Tannenwald hinüber, der direkt hinter dem Zaun ihres Gartens beginnt. In den hohen Wipfeln glüht noch das warme Rot des Sonnenuntergangs, doch zwischen seinen glatten, schlanken Baumstämmen breitet sich bereits eine unheimliche Dunkelheit aus. Anna mag es nicht, um diese späte Uhrzeit noch hier draußen zu sein, so weit entfernt vom Haus, so tief in dieser abgeschiedenen Einsamkeit. Sie mag diesen Wald nicht, seine mächtige, stumme Präsenz und sein undurchdringliches Herz, in das sie nicht hinein blicken kann, ganz egal wie sonnig und hell der Tag ringsumher auch ist. Sie schüttelt sich unter einer plötzlichen Gänsehaut und versucht, sich auf ihr Vorhaben zu konzentrieren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Mit verkniffenen Lippen beginnt Anna zu graben.&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Die Beerdigung liegt zwei Wochen zurück. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Es war ein schlichtes Begräbnis, zu dem sich ein paar Verwandte und die unmittelbare Nachbarschaft auf dem Friedhof eingefunden hatten. Der Pastor hielt eine kurze Grabrede, sprach von einem arbeitsreichen, erfüllten Dasein, einem gnadenvollen Tod ohne Leiden und von der Aussicht auf das ewige Leben. Dann wurde der Sarg in die Grube hinunter gelassen. Anna hatte ein Gesteck aus weißen Nelken anfertigen lassen. Die hatte ihre Mutter in den letzten zwanzig Jahren manchmal auf das Grab des Vaters gestellt, Anna vermutete deshalb, dass sie Nelken für diesen Anlass als angemessen empfunden hätte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Von dem spärlichen Nachlass wird nicht viel übrig bleiben, nachdem alle Beerdigungskosten beglichen sind, aber das ist egal. Anna ist auf das Erbe nicht angewiesen, sie hat für sich selbst gesorgt, für sich und ihre Tochter Jennifer.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Anna hält inne und sieht auf die kleine Schatulle hinab, die sie neben sich an den Rand des verwilderten Blumenbeetes gestellt hat. &lt;em&gt;Unter die Erde damit! Tief in den Boden. Raus aus dem Blick!&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Wenn sie erst einmal vergraben ist, dann ist auch besser damit umzugehen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Anna wischt sich mit dem schmutzigen Handrücken eine Strähne ihres dunklen Haares aus dem Gesicht und gräbt weiter.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
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		<title>Im Zentrum der Zeitlichkeit</title>
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		<published>2007-06-20T01:07:42Z</published>
		<updated>2007-06-20T01:07:42Z</updated>
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		<email>lidschlag@online.de</email>
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		<summary type="html">&lt;div style=&quot;text-align: left;&quot;&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;Was war das?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Darrol ließ die Wasserflasche sinken und schirmte seine Augen mit der Hand gegen das grelle Sonnenlicht ab. Was hatte er da im Augenwinkel gerade zu sehen geglaubt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Um ihn herum war nichts als Wüste, gottverlassen, kahl und trostlos. Heiße Luft waberte über den staubigen Untergrund und ließ trügerische blaue Seen am Band des Horizonts entlang schimmern. Doch weiter links war noch etwas anderes. Darrol zog die Augen zusammen um besser sehen zu können. In der flirrenden Hitze glaubte er ein lang gezogenes Gebäude zu erkennen. Es war schätzungsweise fünfzig Meter hoch, doch von Darrols Blickwinkel aus gesehen musste es über zweihundert Meter breit und mehrere Kilometer lang sein, ohne erkennbare Fenster und Türen. Ein lang gestreckter, mächtiger Koloss von einem Bauwerk – doch wer sollte so etwas Gewaltiges hier bauen, mitten in der Wüste von Nevada?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Das Militär? Darrol tastete vorsichtig nach der dicken Beule an seiner Schläfe. Die Haut straffte unangenehm und er spürte, wie die Beule noch immer weiter wuchs. Ein Waffenlager vielleicht. Oder ein Forschungslabor. Er betrachtete seine Finger – Blut, die Beule blutete. Dann verwarf er den Gedanken an ein Waffenlager wieder. Hier, keine Meile von der Straße entfernt? Ohne Schutzzaun, ohne Wachposten? Er war auf seinen regelmäßigen Wochenendtrips nach Las Vegas schon oft hier vorbeigekommen, doch ein Gebäude, überhaupt ein Zeichen menschlicher Zivilisation hatte er hier in dieser Ecke der Ödnis noch nie zuvor bemerkt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er sah noch einmal genauer hin und nahm an, dass seine Augen sich nach diesen überzeugenden Argumenten keinem weiteren Trugschluss mehr hingeben würden. Doch beim nächsten Blick wurde ihm bewusst, dass da tatsächlich ein gewaltiges Gebäude stand.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Ein starker Wind war aufgekommen. Eine plötzliche Böe erfasste die schwere Harley, die Darrol nach dem Sturz mühsam wieder aufgestellt hatte, und ließ sie bedrohlich wanken. Er stemmte sich erschrocken dagegen. Der tiefe Kratzer im Lack der Maschine schmerzte ihn mehr als sein blutendes Bein, mehr als seine pochende Schläfe oder der geprellte Arm. Alles war so wahnsinnig schnell gegangen: Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, ein dicker Stein auf dem Asphalt, ein Sand verwehter Straßengraben …&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Darrol stieg ächzend zurück auf sein Motorrad. Er spürte, wie sich hinter seiner Stirn ein dumpfes Grollen auszubreiten begann. Doch jetzt war ganz sicher nicht der passende Augenblick für Wehleidigkeit. Der angekündigte Sturm näherte sich mit riesigen Schritten, der Sand wirbelte bereits in wütenden Wolken um ihn herum, und Darrol hatte durch den Unfall kostbare Zeit verloren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er zog hastig die Motorradbrille und den Baumwollschal übers Gesicht und sah sich prüfend um. Wenn er den Sturm nicht ungeschützt im Freien verbringen wollte, musste er jetzt handeln. Die peitschenartigen Böen legten die Vermutung nahe, dass die Wut des Windes heute besonders groß war, und eine weitere schmerzhafte Erfahrung, nämlich die, diesen Zorn hier mitten im Herzen des Sandsturms zu erleben, wollte Darrol sich nach Möglichkeit ersparen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Er sah wieder zu dem riesigen Bauwerk hinüber. Es gab keinen Zweifel, das Gebäude war tatsächlich da, solide und standhaft und von monumentalen Ausmaßen. Ein gewaltiger Betonklotz mitten in der Wüste. Darrol ließ den Motor der Harley aufheulen und steuerte entschlossen darauf zu.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Während der Fahrt rechnete er jeden Augenblick mit einer Stimme aus dem Megaphon, die ihm befahl, sofort zu stoppen. Er war fest davon überzeugt, von irgendwelchen zuvor verborgenen Wachen aufgehalten zu werden, zumindest an einen Zaun zu gelangen, den er aus der Ferne nicht gesehen hatte. Doch nichts von alledem geschah. Er konnte ungehindert bis zur rechten Kopfseite des Gebäudes heranfahren. Die Sand geschwängerten Windböen nahmen immer weiter zu.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; Darrol sah an den gewaltigen, von Wind und Sand glatt geschmirgelten Wänden des Gebäudes empor – keine Fenster und Türen, nichts. Er gab wieder Gas und fuhr bis zur Rückseite. Auch hier, soweit er sehen konnte kein Eingang, keine Fenster. Die ockerfarbenen, ebenen Mauern waren ohne jegliche Einbuchtungen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;text&quot;&gt; &lt;br /&gt; &lt;/span&gt;</summary>
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